Landesinstitut für Pädagogik und Medien Saarland

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Landesinstitut für Pädagogik und Medien

Fotogalerie: Übergabe von KOSINUS-Plaketten

KOSINUS

Das KOSINUS-Projekt läuft zum Ende des Schulhalbjahres 2015/2016 aus. Falls Ihre Schule an einem der Projektdurchgänge teilgenommen hat, besteht weiterhin die Möglichkeit, ergänzende Fortbildungen Mathematik für das Fachkollegium oder für Fachgruppen Ihrer Schule beim LPM anzufordern.

Ihre Ansprechpartnerin für Veranstaltungen in KOSINUS-Transfer ist Frau Margit Recktenwald: mrecktenwald@lpm.uni-sb.de.

Auf den folgenden Seiten ist umfassend dargelegt, an welchen Zielen sich KOSINUS ausrichtet.

Sollte Ihre Schule an einem Fortbildungsprogramm speziell für die Gymnasiale Oberstufe (GOS) interessiert sein, finden Sie beim neuen Projekt ImBilde auf dieser Homepage vielleicht das Passende. 

Das Projekt KOSINUS (Kompetenzen stärken im Mathematikunterricht der Sekundarstufen im Saarland) hat das Ziel, gesamte Fachkollegien Mathematik einer Schule über ein Jahr hinweg in der Unterrichtsentwicklung zu unterstützen. Nach dem Abschluss des KOSINUS-Projektes an einer Schule über die etwa einjährige Laufzeit erhält dann jede teilnehmende Schule die Möglichkeit, in einem KOSINUS-Transfer-Anschlussprojekt auf freiwilliger Basis weiterzuarbeiten. Ergänzende Module der Unterrichtsentwicklung, zugeschnitten auf den jeweiligen Bedarf, können hierin umgesetzt werden.

KOSINUS-Projekt  +  KOSINUS-Transfer   =   KOSINUS-Programm

Das KOSINUS-Programm lebt vom Engagement und vom kommunikativen und gegenseitig unterstützenden Vernetzen der in den Schulen beteiligten Lehrer/innen - strukturell implementiert und mittelfristig evaluiert. Das KOSINUS-Programm bietet demgemäß didaktische Impulse und externe Hilfeangebote, aber keine vorgefertigten Unterrichtsentwürfe oder Unterrichtsmaterialien.

Die KOSINUS-Schulen sind zum Aufbau einer KOSINUS-Materialdatenbank als Moodle-Kurs eingeladen, über die die in den Schulen erprobten Unterrichtsmaterialien oder -konzepte (samt der zugehörigen Erfahrungsberichte) eingesehen und untereinander ausgetauscht werden können. Den Zugangsschlüssel erhalten Sie von Ihrer KOSINUS-Beraterin bzw. von Ihrem KOSINUS-Berater.

Alle KOSINUS-Schulen erhalten im Rahmen des GeoEasy-Projektes die GeoEasy-Materialien mit deren Hilfe der Stereometrie-Unterricht noch anschaulicher gestaltet werden kann.

 

 

Ansprechpartner:

Matthias Römer, Telefon: 06897-7908-273, mroemer(at)lpm.uni-sb.de

Heinz Dabrock,   Telefon: 06897-7908-161, hdabrock(at)lpm.uni-sb.de

Landesinstitut für Pädagogik und Medien (LPM) Beethovenstraße 26, 66125 Saarbrücken

Zentrale:

Telefon: 06897-7908-0, Fax: 06897-7908-122  

 

 

Die Ziele von KOSINUS

Wie in anderen Kernfächern befindet sich auch der Mathematikunterricht in einer Phase der didaktischen und methodischen Neuausrichtung. Nicht zuletzt haben die Ergebnisse von Vergleichsarbeiten und andere Instrumente der Qualitätssicherung an vielen Schulen einen Prozess der Weiterentwicklung des Mathematikunterrichtes in Gang gesetzt. Unterrichtsentwicklung ist ein zentrales Element der Schulentwicklung. Ein Nachdenken über Traditionen und Gewohnheiten tut sehr wohl Not, ohne jedoch Altbewährtes grundsätzlich in Frage zu stellen. Die Vorgaben der Bildungsstandards, die neben den klassischen mathematischen Inhalten auch Kompetenzen von den Schülerinnen und Schülern einfordern, beschleunigen diesen Prozess. Aus all diesen Gründen entstand die Grundidee, den saarländischen Schulen der Sekundarstufe I ein Fortbildungsangebot zu unterbreiten, das die nachhaltige und langfristige Unterrichtsentwicklung im Fach Mathematik zum Inhalt hat. Dieses Angebot heißt KOSINUS.

Die Durchführung von KOSINUS

KOSINUS wird durchgeführt vom Landesinstitut für Pädagogik und Medien und wissenschaftlich begleitet durch den Lehrstuhl für Mathematik und ihre Didaktik an der Universität des Saarlandes (Universitätsprofessor Dr. Anselm Lambert). Es soll Schulen, die sich mit ihrer Mathematikfachkonferenz für dieses Projekt bewerben können, ermöglichen, ihre Unterrichtsarbeit kontinuierlich zu verbessern und die Zusammenarbeit in der Fachkonferenz zu stärken.

KOSINUS beginnt mit einer Einführungsveranstaltung am LPM für die Schulleiter(innen). In einer weiteren Vorbereitungsveranstaltung erhalten die Fachkonferenzleiter(innen) und ein zweites Mitglied des Fachkollegiums in einer Ganztagsveranstaltung am LPM Strategien für ein erfolgreiches Arbeiten in KOSINUS vermittelt.  

Zur schulinternen Begleitung von KOSINUS und für die externe Koordination ist es erforderlich, dass die Schule dem/der Fachkonferenzvorsitzenden Mathematik während der einjährigen KOSINUS-Projektphase eine ihrer Deputatstunden zur Verfügung stellt.

KOSINUS für die gesamte Fachgruppe gliedert sich in vier ganztägige Fortbildungsveranstaltungen an den einzelnen Schulen zu verschiedenen Aspekten der Unterrichtsentwicklung sowie in zwei Veranstaltungen an Nachmittagen zur Reflexion über die Projektentwicklung und zur Nachsteuerung. Zwei der Ganztagestermine liegen an unterrichtsfreien Tagen. Inhaltlich stehen bei diesen Fortbildungen insbesondere die Entwicklung mathematischer Kompetenzen, deren Verknüpfung mit mathematischen Inhalten, eine Stärkung der Diagnosekompetenz und die damit einhergehende Veränderung traditioneller Unterrichtsskripte im Vordergrund.

Das Programm KOSINUS bietet zugleich eine beständige Betreuung durch einen Fortbildner oder eine Fortbildnerin an, was je nach Schule ganz unterschiedlich aussehen kann. Durch die wissenschaftliche Begleitung seitens der Universität soll gewährleistet sein, dass ein konsequenter Weg zu einem erfolgreicheren Mathematikunterricht eingeschlagen wird.

Projektansatz

Das Projekt KOSINUS bemüht sich, alle an einer Schule für das Unterrichten im Fach Mathematik relevanten Faktoren zu erfassen und positiv für einen nachhaltigen Unterrichtserfolg auszurichten.

Sie können das Schemabild hier downloaden.


 

Der fachdidaktische Hintergrund

Mathematikunterricht befindet sich im Umbruch. Didaktische und bildungspolitische Ziele wurden hinterfragt, weiterentwickelt und neu formuliert. Unterrichts­beobach­tungen zeigen aber, dass neuere lehr-lern-theoretische Konzepte, die sich empirisch bewährt haben, noch nicht in der Breite in der Praxis angekommen sind.  Die Ergebnisse der Vergleichs- und Ab­schluss­arbeiten, sowie die saarländischen Ergebnisse verschiedener (inter)natio­naler Untersuchungen, können ein Anlass für das Fach Mathematik sein, die Frage nach den Ursachen und nach Möglichkeiten zu stellen.

Der Blick auf aktuelle fachdidaktische Arbeiten nährt die Zweifel am traditionellen Bild von Mathematikunterricht. Neue Konzepte und Besinnung auf Ideen, welche zum Teil schon lange in der Diskussion sind werfen die Frage nach den Möglichkeiten auf, Mathematik verständisorientiert und an heterogene Schülergruppen angepasst zu gestalten.

Die Kollegien in den Schulen, die zu einem großen Teil aus erfahrenen und in den vergangenen Jahrzehnten ausgebildeten Lehrerinnen und Lehrern bestehen, sehen die Zuständigkeit für die Probleme häufig bei der vermeintlichen Überlast an Stoff, den veränderten Rahmenbedingungen für Schule, dem veränderten Klientel und damit einhergehend der oft mangelnden Aufnahmefähigkeit und -bereitschaft von Schülerinnen und Schülern. Schule hat sich in den vergangenen Jahren mit einer starken Dynamik gewandelt und wird sich auch in schnellem Tempo - ebenso wie die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen - weiter verändern. Lehrerinnen und Lehrer müssen nun Gelegenheit und Möglichkeiten erhalten, mit dieser sich fortwährend weiterentwickelnden Situation umzugehen.

Die sich aus den Bildungsstandards zwingend ergebenden curricularen Veränderungen durch Kern- oder Rahmenlehrpläne verschärfen die Lage dahingehend, dass Lehrerinnen und Lehrer in den Fach­konferenzen nun aufgefordert sind, sich eigene Ziele zu setzen und inhaltliche Schwerpunkte eigenständig zu formulieren. Der Erwerb abprüfbarer Kompetenzen wird nun zusätzlich zu den Inhalten in den Fokus des Mathematikunterrichts rücken.

 

Grundzüge eines Fortbildungskonzepts

Fortbildungen, die darauf zielen, langfristig zu wirken, was auch bedeutet als Lehrperson eigenes Verhalten im Unterricht zu erkennen, zu hinterfragen und zu reflektieren und letztlich bewusst zu ändern, müssen bestimmten Kriterien genügen, die im Einzelnen bereits wissenschaftlich und empirisch belegt sind:

  • Fortbildungen müssen langfristig angelegt sein in dem Sinne, dass eine kontinuierliche Begleitung einer festen Gruppe über einen längeren Zeitraum erfolgen muss.
  • Fortbildungen müssen alle Mitglieder einer Fachkonferenz, auch die fachfremd unter­richtenden erfassen, um einen Prozess anzuregen, welcher in gemeinsamer Unterrichts­entwicklung mündet. Hierbei erscheint es wichtig, darauf hinzuweisen, dass Multi­plika­toren­programme (wie z. B. SINUS) nur dann in der Fläche wirk­sam waren, wenn die Multiplikatoren entsprechend professionalisiert wurden. Eine Fortbildung einzelner Lehrer mit dem Wunsch, die Ergebnisse einer solchen Fortbildung in eine Fachkonferenz tragen zu lassen, muss zwangsläufig scheitern, wenn keine entsprechende Professio­nalisierung vorliegt.
  • Fortbildungen, die darauf zielen, tradierte Konzepte von Mathematikunterricht nachhaltig zu ändern, müssen den Lehrerinnen und Lehrern Alternativen und Raum bieten, neue Konzepte auszuprobieren. Durch ein alternatives erfolgreiches Handeln werden die traditionellen Beliefs nachhaltig in frucht­bare Erschütterung versetzt.
  • Der zeitliche und örtliche Rahmen muss gewährleisten, dass man sich in Ruhe und abseits der alltäglichen Hektik des Schulbetriebes gemeinsam mit den Inhalten der Fortbildung auseinandersetzen kann. Das bedeutet folglich ganz­tägige Veranstaltungen an Tagen, an denen kein Unterricht stattfindet (Päda­gogische Tage oder schulfreie Tage).
  • Eine zeitliche Entlastung insbesondere jener Kollegen, die an der Erarbeitung neuer didaktischer und methodischer Konzepte beteiligt sind, wäre wünschens­wert.
  • Hilfreich zur Dokumentation und zur fachdidaktischen Diskussion sind das Anlegen von Logbüchern und der Aufbau einer über das Internet verfügbaren Materialiensammlung. Dabei kann auch auf bereits ent­wickelte Materialien gezielt zurückgegriffen werden.
  • Eine Begleitung der Kollegien über die eigentlichen Fortbildungen hinaus sollte gewährleistet werden. So könnten die Fortbildner im Hintergrund weiterhin für Rückfragen und Anregungen zur Verfügung stehen.
  • Eine Einbindung der Elternschaft erscheint wichtig und sollte schon im Vorfeld geschehen, um eventuelle Missverständnisse, Befürchtungen oder Vorbehalte auszuräumen. Die im Rahmen der Mitbestimmung zu nutzenden Möglich­keiten sollten ausgeschöpft werden.
  • Den Schulleitungen kommt eine zwischen den Gruppen der Schul­gemein­schaft vermittelnde Rolle während des Projektes zu. Das Fachkollegium soll in ihrer Projektarbeit unterstützt und möglichst anderweitig entlastet werden.

Der Mathematikunterricht ist durch seine methodische Struktur um Aufgaben herum in besonderem Maße geeignet vom Kleinen ins Große zu wirken. So sollten zur Imple­mentierung einer neuen Aufgabenkultur, welche die Basis einer neuen Unter­richtskultur darstellt, nacheinander Aufgaben, Unterrichtsstunden (und damit auch Unterrichts­arrangements), Unterrichts­einheiten und Unterrichtsplanung im Rahmen der Curricula über einen längeren Zeitraum im Vordergrund der einzelnen Fort­bildungen stehen. Diese Ankopplung an die konkrete Unterrichtsplanung gewähr­leistet unter anderem auch, dass Ergebnisse der einzelnen Fortbildungen immer zeitnah im eigenen Unterricht ausprobiert werden können und in der nächsten Sitzung eine ausführliche Reflexion der Erfahrungen möglich ist.

Ein solches Vorgehen wurde unter Federführung des Lehrstuhls für Mathematik und ihre Didaktik an der UdS pilotiert. Daraus haben sich in der ver­gangenen Zeit immer wieder Modifikationen ergeben, die es dem Programm KOSINUS auch erlauben, sich auf verschiedene spezifische Situationen in unter­schiedlichen Schulen besser einstellen zu können und auch verschiedenen Anfor­derungen an einzelnen Schulen und Schulformen besser gerecht zu werden. Inhalt­lich standen in diesen einzelnen Modulen aktuelle Erkenntnisse der Fach­didaktik im Vordergrund, die es den Lehrerinnen und Lehrern ermöglichen sollen, relativ rasch Veränderungen einzuleiten, indem sie ihnen Strategien an die Hand gaben.

 

 

KOSINUS-Schulen

An KOSINUS haben 60 saarländische Schulen der Sekundarstufe I mit weit über 500 Lehrerinnen und Lehrern teilgenommen.

Erweiterte Realschulen
Heusweiler, Illingen, Lebach (Nikolaus-Groß), Merchweiler, Nalbach, Püttlingen, St. Ingbert-Rohrbach, St. Ingbert (Albertus-Magnus), Saarbrücken (Bruchwiese), Schmelz, Schwalbach, Spiesen-Elversberg, Theley, Saarbrücken (Willi-Graf)
Gesamtschulen
Bexbach, Dillingen, Dudweiler (Sulzbachtal), Gersheim, Losheim, Ludweiler, Marpingen, Nohfelden-Türkismühle, Neunkirchen, Orscholz, Perl (Schengen-Lyzeum), Riegelsberg, Saarbrücken (Ludwigspark, Rastbachtal, Bellevue, Montessori), Schiffweiler, Wadgassen
Gemeinschaftsschulen
Dillingen (Römerkastell) Friedrichsthal (Edith Stein), Großrosseln (Robert-Schuman), Freisen, Großrosseln, Homburg I (Robert-Bosch), Lebach (Theeltalschule), Namborn-Oberthal, Wellesweiler (Alex Deutsch), Primstal (Ringwallschule), Saarlouis I (in den Fliesen), Völklingen I (Am Sonnenhügel), Wallerfangen (Schule am Limberg)
Gymnasien
Arnold-Janssen (St. Wendel), Deutsch-Französisches Gymnasium (Saarbrücken), Johannes-Kepler (Lebach), Krebsberg (Neunkirchen), Leibniz (St. Ingbert), Marienschule (Saarbrücken), Marie-Luise-Kaschnitz (Völklingen), Saarpfalz (Homburg), Am Schloss (Saarbrücken), Am Stadtgarten (Saarlouis), Warndt (Völklingen), Robert-Schuman (Saarlouis), Steinwald (Neunkirchen), Willi-Graf (Saarbrücken), Peter-Wust (Merzig), Gymnasium Ottweiler (Ottweiler),  Theodor-Heuss (Sulzbach)

Stand: März 2016

 

Die KOSINUS-Projekttage mit der Fachkonferenz

Die nachfolgenden Beschreibungen der vier ganztägigen Veranstaltungen sind nicht statisch zu verstehen. Vielmehr sind sie an die Anforderungen und Bedürfnisse der jeweiligen Schule oder Schulform anzupassen. Auch die Wünsche einzelner Fachkonferenzen werden bei der jeweiligen Durchführung berücksichtigt, gegebenenfalls in zusätzlichen Veranstaltungen. Verbindlich ist stets der langfristige Charakter, der eine Entwicklung vom Kleinen ins Große, also von den Aufgaben hin zu einer langfristigen Planung von Unterricht ins Auge fasst.

KOSINUS-Modul 1: Aufgaben

Der Schwerpunkt des ersten Moduls liegt im Bereich der Aufgaben im Mathematikunterricht. Mit exemplarischen Beispielen werden neue Aufgabenformen erarbeitet und hinsichtlich ihrer inhaltlichen Relevanz aber auch insbesondere im Bezug auf die Bildungsstandards und die darin postulierten mathematischen Kompetenzen hin untersucht. Das Variieren von Aufgaben und die geeignete Diagnose von Schülerlösungen hinsichtlich der geleisteten mathematischen Kompetenzen stehen ebenfalls im Vordergrund.

KOSINUS-Modul 2: Methoden im Unterricht

Wie die Umsetzung geeigneter Aufgaben im Mathematikunterricht gelingen kann, ist das Thema des zweiten Moduls. Insbesondere eine Überprüfung des Lernverständnisses Module und die sich daraus ergebenden Konsequenzen für die Planung einzelner Stunden und die darin verwendeten Methoden sind Kernthema dieses Moduls. Es sollen geeignete Möglichkeiten aufgezeigt werden, den Schülerinnen und Schülern ein nachhaltiges Mathematiklernen zu ermöglichen. Ein Schwerpunkt liegt insbesondere in den Bereichen Üben und die damit verbundenen Vorstellungen und im kooperativen und/oder dialogischen Lernen.

KOSINUS-Modul 3: Unterricht im Kontext

Einzelne Unterrichtsstunden sind Bestandteil einer Unterrichtseinheit. Die Frage, wie in einer Einheit, die nicht notwendigerweise thematisch nur an mathematischen Inhalten orientiert sein muss, Grundvorstellungen über Mathematik aufgebaut werden können, stehen im Mittelpunkt des dritten Moduls. Wie funktioniert das Lernen von Mathematik überhaupt und welche Voraussetzungen müssen gegeben sein, damit Schülerinnen und Schüler Mathematik verstehen? Neben der Klarheit über Ziele insbesondere im Zusammenhang mit den mathematischen Kompetenzen der Bildungsstandards und wiederum der Frage des Übens ist das gezielte Planen ein wichtiger Baustein dieser Einheit.

KOSINUS-Modul 4: Langfristig planen und überprüfen

Das vierte Modul erweitert das dritte Modul dahingehend, dass über einen längeren Zeitraum sinnvolles Mathematiklernen ermöglicht werden soll. Die Entwicklung langfristiger Planungen, die ein Verstehen und Anwenden von Mathematik ermöglichen, stehen im Mittelpunkt dieses Moduls. Dazu zählt auch das sinnvolle Überprüfen der erworbenen Kenntnisse und Kompetenzen. In diesem Zusammenhang ist auch die Zusammenarbeit in der Fachkonferenz ein wichtiger Bestandteil, welche vergleichbare Bedingungen und Outputs generieren soll.

KOSINUS - die Schule erzielt zahlreiche Vorteile

Ein wesentliches Merkmal des Projektes KOSINUS ist die freiwillige Teilnahme der Fachkollegien. Fortbildung wird als Hilfe für das eigene Handeln und nicht als äußere Verpflichtung wahrgenommen und daher aus Eigeninteresse umgesetzt. Nichts­desto­weniger zielt KOSINUS auf eine nachhaltige Veränderung der Unterrichtskultur ab und fördert somit die Entwicklung neu ausgerichteter Verhaltensmuster.

  • Vorteile für den Mathematikunterricht
  • Vorteile für die Arbeit der Fachkollegien
  • Vorteile für den Unterricht in anderen Fächern
  • Vorteile für die Schulgemeinschaft
  • Vorteile für die eigene persönliche Entwicklung

A.    Vorteile für den Mathematikunterricht

Das Projekt KOSINUS trägt dazu bei, den traditionellen Mathematikunterricht kon­struktiv zu überdenken. Hinsichtlich der zwiespältigen Rolle des Mathematik­unter­richts zwischen innermathe­matischen Strukturen, Kalkülen und Algorithmen einer­seits und der Verknüpfung mit der Alltags- und Berufswelt andererseits erfolgt eine Analyse der lebensertüchtigenden Schwerpunkte. Vor dem Hintergrund flächen­deckender Erhebungen mathematischer Kompetenzen fördert KOSINUS den bewussten Um­gang mit überregionalen Anforderungen. Die Rolle von Sprache und Bildern als wesentliche Vermittlungs- und Darstellungskomponenten von Mathe­matik(unterricht) wird jenseits tradierter Formalismen als Ansatzpunkt für ver­ständiges mathematisches Tun wiederentdeckt. Die gegenseitige Kommunikation der Lernenden erfährt in KOSINUS durch geeig­nete Unterrichts­methoden neuartige Impulse. Die Möglichkeiten digitaler Medien werden in KOSINUS als Chance zu neuen Leistungsansätzen aufgezeigt, die oft emotional geprägte Ablehnung dieser Mittel als Bedrohung von Grundlagenver­ständnis ist Anlass zur Entwicklung zusammenführender Unterrichtskonzepte.

 A1.   Vorteil: Bildungsstandards und Kompetenzen

  • Grundlegende Kenntnisse über die Genese und den Zweck der Bildungsstandards und der zugrunde liegenden Kompetenzdiskussion
  • konstruktive Einbindung der Bildungsstandards in die eigene Unterrichtsplanung
  • Einblicke in bisherige Projekte (SINUS u.a.) der Unterrichtsentwicklung in Mathematik
  • Erweitern des bisherigen individuellen Unterrichts-Repertoires
  • Hilfen zur Zusammenführung von Inhalten und Kompetenzbereichen in der Praxis
  • „Kompetenzbrille“ für vorhandene Lehrpläne und deren nachhaltige Umsetzung

 A2.    Vorteil: Mathematik lernen

  • Grundlegende Kenntnisse zu verschiedenen Lernmodellen
  • Reflexion der im traditionellen Unterricht weitverbreiteten Praxis
  • Impulse der Konstruktivismus-Debatte zur Auffrischung klassischer Unterrichtsmodelle
  • Verstärkte Einbindung der Schüler(innen) durch Selbstorganisation in Lernumgebungen
  • Positive Einstellung der Lernenden gegenüber dem Fach Mathematik
  • Balance zwischen didaktischer Reduktion und wissenschaftlichen Methoden

 A3.    Vorteil: Didaktische Diskussionen und Entwicklungen/Methoden

  • Einblicke in aktuelle Diskussionen in der Didaktik und deren Umsetzung
  • Wiederentdeckung der Sprache als Mittler zwischen formaler Welt und Alltagswelt
  • Merkmale einer neuen Aufgabenkultur und Entwicklungspotenziale
  • Kooperative Methoden als Möglichkeiten der alternativen Unterrichtsgestaltung

 A4.    Vorteil: Diagnose und Leistungsmessung

  • Alternative Formen der Diagnostik in Abwägung zur klassischen Leistungsmessung
  • Sinnvoller Umgang mit modernen Diagnoseinstrumenten
  • Notengebung im kompetenzorientierten Unterricht
  • Einordnung und sachgerechte Auseinandersetzung mit bundesweiten Vergleichsarbeiten

 A5.   Vorteil: Kompetenzraster und Zielklärungen

  • Hilfen zur langfristigen Strukturierung von Unterricht
  • Mögliche Modelle zur Strukturierung von Unterricht
  • Verdeutlichung des pädagogischen Anspruchs von Mathematikunterricht
  • Verfassen von Zielvereinbarungen für Lehrer und Schüler
  • Einsatz von Methoden zur Selbstevaluation von Unterricht

B. Vorteile für die Arbeit der Fachkollegien

Da KOSINUS alle Fachkolleg(inn)en einbindet, wird eine Übereinkunft über Ziele des Mathematikunterrichts und über mögliche Wege hin zu diesen Zielen notwendig. Die Schüler(innen) erfahren in der Folge über Jahre hinweg ein methodisch und fachdidaktisch schlüssiges Angebot, was wiederum die Arbeitsgrundlagen für die Lehrer(innen) in den einzelnen Klassen verbessert und von eher sekundären Arbeiten entlastet.

 B1.   Vorteil: Kommunikationsstrukturen

  • Institutionalisierung gegenseitigen Austausches über Unterricht
  • Handlungssicherheit durch Konsens und Rückhalt in der Fachkonferenz
  • Entwicklung einer offenen Gesprächskultur
  • Neuorientierung der Arbeit von Fachkonferenzen 
  • Professionelles Arbeiten als Expertenteam / „PLG“
  • Erhöhung der aktiven und passiven Kritikfähigkeit

 B2.    Vorteil: Netzwerke

  • Arbeitsteiliges Vorbereiten von Unterrichtsreihen
  • Erstellung von Materialdatenbanken
  • Kollegiale Hospitationen

 B3.    Vorteil: Schulleitung

  • Erhöhte Motivation zur Fortbildung durch die zu erzielende Entlastung
  • Verbesserung der Vergleichbarkeit von Leistungsnachweisen
  • Zusammenrücken der Lehrerschaft im Sinne eines „wir wollen ...“.
  • Aufbau von Team-Strukturen jenseits von Einzelverantwortungen

 B4.    Vorteil: Transparenz des Unterrichtens

  • Erleichterte Elternarbeit durch gemeinsame Grundzüge beim Unterrichten
  • Zielsetzungen kommunizieren
  • Offenlegung von Diagnosen als Chance zur Verbesserung
  • Steigerung des Ansehens des Unterrichtsfaches Mathematik in der Öffentlichkeit

C. Vorteile für den Unterricht in anderen Fächern

Da jeder Lehrer mindestens in zwei Fächern unterrichtet, wird die KOSINUS-Fortbildung in Mathematik aufgrund ihrer Verknüpfung von bildungstheoretischen Aspekten und neuen methodischen Formen auch in andere Fächer hineinwirken. Erzielt KOSINUS nachhaltige Verbesserungen mathematischer Kompetenzen, wird eine Ausweitung auf andere Fächer zumindest ausprobiert werden.

 C1.    Vorteil: Innovationsanreiz

  • Auslösen von Unterrichtsentwicklung (Gesamtsystem Schule) im Sinne eines standardbasierten und kompetenzorientierten Unterrichts
  • Übertragung der Ansätze von KOSINUS auf andere Fächer
  • Kompetenzorientierung als Leitgedanke der Unterrichtsplanung und -gestaltung

 C2.    Vorteil: Schülerkompetenzen

  • Aufbau vielfältiger Methodenkompetenz
  • Erweiterter Erfahrenshorizont hinsichtlich fächerübergriefender Vernetzungen
  • Bewusstsein um historische Dimensionen wissenschaftlicher Entwicklungen
  • Förderung von Ausdauer, Zielstrebigkeit, Verantwortlichkeit, Streben nach Klarheit und Wahrheit

D. Vorteile für die Schulgemeinschaft

Das KOSINUS-Projekt bringt Lehrer, Schüler und Eltern in eine bislang eher ungewohnte Diskussion über die Kernanliegen des Faches Mathematik. Konträre Ansichten sollten zu gemeinsamen Handlungssträngen zusammengeführt werden.

 D1.    Vorteil: Wir-Gefühl und Vertrauen

  • Bildungsvermittlung als Auftrag an die gesamte Schulgemeinschaft
  • Vertrauen in die kollegiale Zusammenarbeit gewinnen
  • Verlässlichkeit stützen und schaffen

E. Vorteile für die eigene persönliche Entwicklung

Durch die gemeinsamen Diskussionen in der Fachkonferenz und die Methoden zur Selbstevaluation wird den Kolleginnen und Kollegen ein Forum und reichhaltige Ge­le­gen­heit zur Reflexion ihrer eigenen Tätigkeit und somit auch zur Weiterentwicklung ihrer Persönlichkeit geboten.

 E1.    Vorteil:  Weiterentwicklung der eigenen Persönlichkeit

  • Einsichten in das eigene Handeln durch Selbstevaluation und Diskussion gewinnen

KOSINUS-Transfer

Nach der einjährigen KOSINUS-Projektphase erhalten interessierte Fachkolleg/inn/en die Gelegenheit, in Gruppen auf freiwilliger Basis nach ihren Wünschen und Bedürfnissen mit Unterstützung des LPM thematisch weiter zu arbeiten

Der Flyer gibt Ihnen einen Überblick über KOSINUS-Transfer.