Landesinstitut für Pädagogik und Medien Saarland
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Erasmus +

Eine der grundlegenden Fertigkeiten, die in der Schule vermittelt werden soll, ist das Schreiben. Es gehört wie Lesen und Rechnen zu den Schlüsselqualifikationen für eine erfolgreiche Teilnahme am schulischen Unterricht und in der Erwachsenenwelt am gesellschaftlichen Leben. Eine Verbesserung der Schreibkompetenz hat positive Auswirkungen auf die Schulleistungen in allen Schulfächern, verbessert die Chancen auf einen besseren Schulabschluss und damit verbunden die Chancen der Einstellung auf dem Arbeitsmarkt. 

Gleichzeitig hat die orthographische Korrektheit von Geschriebenem im deutschsprachigen Raum einen enorm hohen Stellenwert. Immer wieder liest man in der Presse, dass Schüler/innen in Deutschland nicht mehr richtig schreiben können. Dabei ist weniger die Ausgestaltung der Schüler/innentexte gemeint als vielmehr die korrekte Orthographie, die in den Texten bemängelt wird. Aus schulischer Sicht ist Rechtschreibung eine leicht zu messende Fertigkeit im Vergleich zu der literarischen Ausgestaltung von Texten.

Das Schreiben teilt sich in 3 Kompetenzfelder auf:

• Über Schreibfertigkeiten verfügen

• Texte verfassen

• richtig schreiben (vgl. Baurmann/Pohl in „Bildungsstandards für die Grundschule Deutsch konkret“)

Schwerpunkt der Arbeit im Projekt liegt auf den Feldern „Texte verfassen“ und „richtig schreiben“. Diese beiden Qualifikationen werden in der Schule oft wegen der Komplexität der beiden Themen getrennt voneinander gesehen und behandelt. 

Ziel des Projektes ist eine ganzheitliche Sicht der Bereiche „Texte verfassen“ und „richtig schreiben“ in den Vordergrund des Schreibprozesses zu rücken, da sich beide Bereiche gegenseitig bedingen. Dies ergibt eine neue Sicht auf die beiden Felder, die praktisch noch nicht durchgeführt wurde, weil es die technischen Möglichkeiten nicht gab.

Im Projekt wird eine Internetplattform aufgebaut, die es Schüler/innen ermöglicht, ihre Erlebnisse am Computer, an Tablets oder anderen mobilen Endgeräten zu schreiben und diese in einer Art digitalen "Klassentagebuch" oder "Klassenzeitung" einer breiten Öffentlichkeit über das Internet zur Verfügung zu stellen. Durch die Veröffentlichung im Internet, die datenschutzrechtlichen Bestimmungen entsprechen muss, wird die Schreibmotivation erhöht, da die geschriebenen Texte einem größeren Publikum zugänglich sind. Dem Datenschutz wird Rechnung getragen, indem das Klassentagebuch ganz öffentlich, teilöffentlich oder nur klassenintern eingesehen werden kann. Durch das Schreiben der einzelnen Beiträge entsteht für andere Schüler/innen die Möglichkeit, von anderen Schüler/innen Erlebtes zu lesen. Somit wird in dem Projekt auch die Lesefertigkeit geschult und gesteigert. Durch die Möglichkeiten des Internets können Leser und Autor über die Kommentarfunktion zum Geschriebenen miteinander in Kontakt treten und miteinander kommunizieren.

Das von den Schüler/innen Geschriebene wird mit Hilfe eines intelligenten Wörterbuchs auf Fehler analysiert und dem/der Schüler/in Hilfen gegeben, wie er die Wörter richtig schreiben kann. Somit verbessert sich im Schreiben die Rechtschreibleistung des Schülers oder der Schülerin, da er/sie durch die Rückmeldung immer wieder an die entsprechenden Rechtschreibregeln erinnert wird, wie dies in der Fachliteratur gefordert wird. 

Ein derartiges Wörterbuch wurde bislang nicht programmiert. Es unterscheidet sich von den bekannten Wörterbüchern aus Textverarbeitungsprogrammen durch seine Möglichkeit der qualitativen Fehleranalyse.  Die Fehler sind im Wörterbuch bekannten Rechtschreibkategorien zugeordnet. 

Die qualitative Fehleranalyse der Rechtschreibleistungen des Autors wird an den Lehrer weitergegeben, so dass er seinen Unterricht an den individuellen Schwächen des/der einzelnen  Schüler/in planen und durchführen kann. Diese in einigen Staaten vorgeschriebene Fehleranalyse unterstützt die Lehrer/innen in ihrer Arbeit, weil die Plattform den Lehrer/innen die zeitaufwendige qualitative Analyse abnimmt, weil die Auswertung automatisiert erfolgt. Hinzu kommt, dass die Fehleranalyse keine statische Momentaufnahme  ist, sondern die Schreibleistungen  der Schüler/innen ständig überprüft und dem momentanen Lernstand des/der Schülers/Schülerin angepasst werden.

Gleichzeitig wird dem/der Schüler/in die Möglichkeit gegeben, in häuslicher Arbeit an seinen Rechtschreibsschwächen zu arbeiten. Dazu werden Kurse mit abwechslungsreichen Übungen zu den bekannten Rechtschreibproblemen der Schüler/innen angeboten. Diese können auch separat ohne die vorherige Rchtschreibanalyse genutzt werden und stehen allen Unterrichtenden zur Verfügung.

Ziel des Projekts ist also die Verbesserung der einzelnen Kompetenzen in Deutsch "Lesen"  und "Schreiben" mit ihren Teilkompetenzen. Im Projekt wird die Plattform für die deutsche Sprache entwickelt. Die neu entwickelte Plattform kann in anderen Sprachen durch die Adaption der sprachspezifischen Pakete und Inhalte genutzt werden. 

Um zur Plattform zu gelangen, klicken Sie bitte hier

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