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Relaunch der Webseite der Gedenkstätte Gestapo-Lager Neue Bremm

Angebot der Initiative Neue Bremm und der Landeszentrale für politische Bildung wieder online

Ein Hackerangriff mit schwerwiegenden Datenverlusten hat die Webseite der Gedenkstätte Gestapo-Lager Neue Bremm für längere Zeit schwer beschädigt. Nun haben die Initiative Neue Bremm und die sie in punkto wissenschaftlich-pädagogischer Arbeit unterstützende Landeszentrale für politische Bildung des Saarlandes vieles in mühseliger Kleinarbeit rekonstruieren können. „Unter dem Strich aber haben wir für einen völlig neuen Auftritt der Gedenkstätte im Netz gesorgt“, freut sich der Historiker Dr. Burkhard Jellonnek zusammen mit Sprecher Dr. Kurt Bohr für die Initiative Neue Bremm. Mit Hilfe der Saarbrücker Agentur Marvya wurde vieles neu programmiert. „Die neue Webseite der Gedenkstätte mit ihren umfangreichen Informationen und ihrem historischen Bildmaterial zur Geschichte des Lagers, wo in den

 

 

 

 

Jahren 1943 bis 1944 bis zu 20.000 Häftlinge interniert waren, lädt Akteurinnen und Akteure der Erinnerungsarbeit zum Weiterforschen und zur Entwicklung neuer zielgruppenspezifischer und partizipativer Vermittlungsangebote ein“, erklärt Dr. Sabine Graf, Fachreferentin für Erinnerungsarbeit und historisch-politische Bildung der Landeszentrale für politische Bildung.

 

In neuer Aufmachung rücken auch die Opfer des damaligen Frauen- und Männerlagers in den Blick. Exemplarisch werden einige Schicksale vorgestellt. Aber auch die Täter, verurteilt im Rastatter Prozess, geraten nicht in Vergessenheit. Nur wenige waren, wie der Lager-Kommandant Fritz Schmoll, SS- Mitglieder. Viele waren notdienstverordnete Bergleute, die sich zu einer unglaublichen Brutalität haben hinreißen lassen. Historikerin Dr. Elisabeth Thalhofer sprach von einer fortschreitenden „Entgrenzung der Gewalt“, die diesem Durchgangslager den Stempel „Hölle von Saarbrücken“ aufdrückte.

 

Ausführlich dokumentiert auf der neuen Homepage wird die Nachkriegsgeschichte, als nach der französisch geprägten Zeit und dem Bau der Gedenkstätte durch den Architekten André Sive die Erinnerungsstätte nach dem Anschluss des Saarlandes an die Bundesrepublik Deutschland zunehmend in Vergessenheit geriet und 1975 das Gelände des Frauenlagers mit einem Hotel überbaut wurde. Erst in den 1980er Jahren regte sich zunehmend Protest aus der Zivilgesellschaft. So setzte sich die Initiative Neue Bremm für eine Neugestaltung der Gedenkstätte ein, die von 1998 bis 2004 mit dem Projekt „Hotel der Erinnerung“ des Architektenteams Nils Ballhausen / Roland Poppensieker / Oliver Brünjes neu gefasst wurde. Auch dieser Prozess ist auf der Homepage mit vielen Veranstaltungen, Filmen, Hörspielen dokumentiert. Darüber hinaus verzeichnet die Webseite natürlich die einschlägige Forschungs- und Erinnerungsliteratur, Unterrichtsmaterialien und alle aktuellen Hinweise zu Veranstaltungen und Seminaren. Auch das Buchen von Führungen und vieles mehr wird über das digitale Webangebot ermöglicht. Erfreulich zudem, dass die Webseite viele Informationen auch in englischer, französischer, russischer und polnischer Sprache bereithält.

 

www.gestapo-lager-neue-bremm.de

Dr. Burkhard Jellonnek, Initiative Neue Bremm, 0170 904 2059

Dr. Sabine Graf, Landeszentrale für politische Bildung, 06897 7908 193