Landesinstitut für Pädagogik und Medien Saarland
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Den Beginn der Bauarbeiten begleiteten (von links) der Sprecher der Initiative Neue Bremm, Dr. Kurt Bohr, Dr. Burkhard Jellonnek (Landesinstitut für Pädagogik und Medien) sowie der mit der Bauausführung beauftragte Architekt Oliver Brünjes. Copyright: Initiative Neue Bremm

Eröffnung des 4. Bauabschnittes der Gedenkstätte „Gestapo-Lager Neue Bremm“

Am Sonntag, 21. Oktober 2018 um 15.00 Uhr auf dem Gelände der Gedenkstätte Gestapo-Lager Neue Bremm.

"Die Eröffnung des 4. Bauabschnitts der Gedenkstätte Gestapo-Lager Neue Bremm ist kein Schlussstrich für uns, sondern eine weitere wichtige Etappe in der Erinnerungsarbeit", so Dr. Kurt Bohr, Sprecher der zivilgesellschaftlich engagierten Initiative Neue Bremm zur bevorstehenden Eröffnungsfeier am Sonntag, 21. Oktober 2018 um 15.00 Uhr auf dem Gelände der Gedenkstätte Gestapo-Lager Neue Bremm nahe der deutsch-französischen Grenze. Landtagspräsident Stephan Toscani, Ministerpräsident Tobias Hans, Bildungsminister Ulrich Commerϛon und Saarbrückens Oberbürgermeisterin Charlotte Britz haben Redebeiträge für den Festakt auf dem Gelände an der Zinzinger Straße 9 in Saarbrücken zugesagt.

Durch die finanzielle Unterstützung der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, Frau Monika Grütters, der saarländischen Landesregierung, der Landeshauptstadt Saarbrücken, der Saarland Sporttoto GmbH und der Stiftung MESAAR wurde in den letzten Monaten der vierte und zunächst letzte Bauabschnitt auf dem Gelände des ehemaligen Gestapo-Lagers in Angriff genommen. Wie bei den ersten Fundament-Einfassungen von ehemaligen Baracken des Männerlagers wurden mit Projektmitteln in Höhe von 43.500 € die Markierungen der bisher noch nicht erfassten Häftlingsbaracken für deutsche, französische und osteuropäische Häftlinge sowie das Krankenrevier und die Arrestzellen entsprechend durch Stahlrahmen und im Straßenverkehrsraum durch Stahlnägel gekennzeichnet.

 

Nahezu 20.0000 Häftlinge, vornehmlich aus Frankreich, aber auch aus südosteuropäischen Ländern wurden von 1943 bis 1944 in diesem Lager misshandelt, gequält und einer ganzen Reihe von Fällen auch ermordet. Nicht zuletzt durch die Forschungen von Elisabeth Thalhofer ist die "Entgrenzung der Gewalt" zum Begriff geworden, die manche Inhaftierten als "Hölle von Saarbrücken" bezeichnet haben und als schlimmer erlebten als der Aufenthalt in Buchenwald oder Mauthausen. Mit ihrem Engagement gelang es der Initiative Neue Bremm, die Gedenkstätte "Gestapo-Lager Neue Bremm" nach einem jahrzehntelangen Prozess des Verdrängens und Vergessens nachhaltig ins öffentliche Bewusstsein zu rücken und zu dokumentieren, welche Verbrechen in der Endphase des 2. Weltkriegs "vor aller Augen" an der damaligen deutsch-französischen Grenze begangen wurden. Mit einem internationalen Architektenwettbewerb unter Leitung des bekannten Projektkünstlers Prof. Jochen Gerz (Paris) hatte die Initiative Neue Bremm den Beitrag "Hotel der Erinnerung" der Architekten Roland Poppensieker und Nils Ballhausen konzeptionell und baulich auf den Weg gebracht.

Am 8. Mai 2004 konnte die Gedenkstätte in Anwesenheit des damaligen saarländischen Ministerpräsidenten Peter Müller, des stellvertretenden Landtagspräsidenten Kurt Schönen, zahlreicher Persönlichkeiten aus Politik und Kultur offiziell der Öffentlichkeit übergeben werden. Weitere Baumaßnahmen, aber auch die Einrichtung einer Häftlingsdatenbank schlossen sich in den nächsten Jahren als Maßnahmen der Ausgestaltung an. "Mit der Kennzeichnung der noch ausstehenden Häftlingsbaracken wird die tatsächliche Dimension des Lagers deutlich, gerade bei Führungen von Schulklassen wird die optische Erfassung der Lagerflächen bedeutend erleichtert", erklärt Dr. Burkhard Jellonnek, Leiter des Landesinstituts für Pädagogik und Medien und geschäftsführendes Mitglied der Initiative Neue Bremm.

Eine Anmeldung zur Eröffnungsfeier ist erforderlich und erfolgt per E-Mail.