Landesinstitut für Pädagogik und Medien Saarland
Landesinstitut für Pädagogik und Medien

Diagnostizieren

 

Diagnostizieren in der Schule

  • "Pädagogische Diagnostik umfasst alle diagnostischen Tätigkeiten, durch die Bedingungen und Voraussetzungen des Lehr - Lernprozesses ermittelt, der Lernprozess analysiert und Lernergebnisse festgestellt werden, um individuelles Lernen zu optimieren."
    (Ingenkamp, Karlheinz: Pädagogische Diagnostik. In: Jäger, R.S. (Hrsg.): Psychologische Diagnostik. Ein Lehrbuch. München 1988, S. 423-436)

Die Aufgabe der Pädagogischen Diagnose ist es, Prozesse des Erkennens, Unterscheidens, Beurteilens und Entscheidens zu initiieren und zu analysieren. Es handelt sich vorwiegend um Beobachtungen und Datenerhebungen in einem pädagogischen Zusammenhang als Grundlage für Feedback für SchülerInnen, für Förderplanungen und Fördermaßnahmen.

Lerndiagnostik umfasst die Berücksichtigung von Lern- und Leistungsmerkmalen auf unterschiedlichen Ebenen:

  • inhaltlich/fachlich (Wissen, Verstehen, Erkennen, Urteilen)
  • methodisch (Lernformen, Arbeitsformen, Gesprächsformen, Kooperationsformen)
  • individuell (Anstrengungen, Lernfortschritte, individuelle Lernstrategien)(Paradies et al. 2011)

Auf dieser Basis kann das Lernen des Einzelnen beschrieben werden und entsprechende Lernprobleme, Lernbegabungen und individuelles Lernverhalten können diagnostiziert werden.

Inklusives Unterrichten, d.h. die Teilhabe aller, bedarf einer Analyse des aktuellen Lernstandes der Schülerschaft. Es gilt dabei nicht primär Defizite aufzuzeigen, sondern vielmehr die Lernvoraussetzungen bzw. den Lernstand der Schülerinnen und Schüler möglichst genau zu erfassen, um so ein präziseres Bild von deren Stärken und Schwächen zu erhalten (vgl. Paradies u.a. 2010, S. 139).

Ziele der schulischen Diagnostik

  • Verbesserung der Unterrichtsgestaltung
  • Erkennen von Lernschwierigkeiten und Störungen
  • Erkennen von Lernbegabungen
  • Leistungsbewertungen

Kinder und Jugendliche können sich hinsichtlich ihres Vorwissens, ihrer Begabungen, ihrer Lernfähigkeit und natürlich ihrer sprachlichen Voraussetzungen unterscheiden. Hinzu kommen unterschiedliche Rahmenbedingungen wie der familiäre Kontext, geschlechtsspezifische Unterschiede sowie physische und psychische Entwicklungsstände der Schülerinnen und Schüler.

 

 

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