Landesinstitut für Pädagogik und Medien Saarland
Landesinstitut für Pädagogik und Medien

„Wie Erinnern? Bilden! Vernetzen! Motivieren!“

Auf Einladung des Ministers für Bildung und Kultur des Saarlandes, Ulrich Commerçon, hat sich am 10. Februar 2017 im Ministerium für Bildung und Kultur der Runde Tisch Erinnerungsarbeit gegründet. Er setzt sich zusammen aus 21 Vertreterinnen und Vertretern verschiedener Bildungs- und Gesellschaftsbereiche, in denen seit mehreren Jahrzehnten mit großem Einsatz an die Opfer des Nationalsozialismus und an den Widerstand gedacht wird. Der Runde Tisch Erinnerungsarbeit besitzt die Aufgabe, die Engagierten der schulischen und außerschulischen Erinnerungsarbeit intensiver miteinander zu vernetzen und mit ihnen zusammen eine gemeinsame Informations- und Kommunikationsstruktur aufzubauen.

Im Anschluss an die konstituierende Sitzung des Runden Tisches Erinnerungsarbeit hat Minister Commerçon die ganztägige Fachtagung „Wie erinnern? Bilden! Vernetzen! Motivieren!“ eröffnet. Über 100 Akteurinnen und Akteure der saarländischen Erinnerungsarbeit sind der Einladung des Ministers und der Landeszentrale für politische Bildung des Saarlandes gefolgt, um im Ministerium für Bildung und Kultur mit Wissenschaftlern und pädagogischen Fachkräften die ersten inhaltlichen und organisatorischen Schritte des beginnenden Vernetzungsprozesses zu beraten.

„Wir wollen uns nicht nur erinnern, wir müssen es auch, denn wir stehen in der Verantwortung für unsere Vergangenheit, insbesondere für die Zeit des Nationalsozialismus“, erklärte der Minister für Bildung und Kultur des Saarlandes, Ulrich Commercon, aus Anlass der Gründung des Runden Tisches Erinnerungsarbeit im Saarland.

„Seit Jahren engagieren sich Schulen, Jugendeinrichtungen, Vereine, Initiativen und Einzelpersonen für die Erinnerung an Verfolgung und Widerstand in der NS-Zeit sowie an das jüdische Leben in der Region. Jedoch fehlte bislang eine Struktur, welche diese Vielfalt weithin sichtbar und in ihrem Bestand zukunftssicher macht. Um das bislang Geleistete im Bereich der Erinnerungs- und Gedenkstättenarbeit im Saarland dauerhaft zu stärken und gezielt in die Öffentlichkeit zu tragen, soll der Runde Tisch Erinnerungsarbeit – unterstützt von einer bei der Landeszentrale für politische Bildung des Saarlandes angesiedelten Koordinierungsstelle – eine sich selbst tragende Netzwerkstruktur aufbauen, die alle Bereiche und alle Ebenen der saarländischen Erinnerungsarbeit umfasst“, beschreibt Minister Commerçon die anstehenden Aufgaben des Runden Tisches Erinnerungsarbeit.

„Die Gründung des Runden Tisches Erinnerungsarbeit war ein erster notwendiger Schritt. Damit ist die Basis für den Aufbau einer stabilen Netzwerkstruktur geschaffen, die sowohl den aktuellen gesellschaftlichen Anforderungen an die Wege und Formate des Erinnerns im Spannungsfeld von Gedenken und Lernen als auch den regionalspezifischen Voraussetzungen der saarländischen Erinnerungslandschaft gerecht wird“, ergänzt der Leiter der Landeszentrale für politische Bildung, Dr. Erik Harms-Immand.

Das von Minister Commerçon einberufene 21-köpfige Gremium versammelt jeweils die Landesebenen der schulischen und außerschulischen Bildung, der universitären Forschung und Lehre, der Zivilgesellschaft und der Religionsgemeinschaften. „Zusammen mit den Akteurinnen und Akteuren der saarländischen Erinnerungsarbeit soll der Runde Tisch nachhaltige Austauschplattformen und tragfähige Informations- und Kommunikationsstrukturen aufbauen. Damit ist der Aufbau einer Internetseite ebenso verbunden wie die Planung von regelmäßigen Treffen, Tagungen und Angeboten der Fortbildung zu aktuellen Themen der Erinnerungsarbeit“, hielt Harms-Immand fest. 

Welche thematischen, erinnerungspädagogischen und organisatorischen Fragestellungen beim beginnenden Vernetzungsprozess im Mittelpunkt stehen sollen, wurde im Anschluss an die Konstituierung des Runden Tisches auf der Fachtagung „Wie erinnern? Bilden? Vernetzen! Motivieren!“ beraten.

Wie es um die Zukunft der Erinnerungsarbeit gerade in Regionen bestimmt ist, die über keine große Gedenkstätten, aber über eine Fülle von Aktivitäten verfügen, dazu gab Dr. Christine Glauning, Leiterin Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit Berlin, in ihrem Eröffnungsvortrag wichtige Impulse für die weitere Arbeit auf dem Feld der Erinnerung.

Im Anschluss daran diskutierten die Tagungsteilnehmerinnen und -teilnehmer mit Beate Müller, „lernort geschichte“ Stuttgart, über eine zeitgemäße Vermittlung der NS-Vergangenheit an Jugendliche, mit der Fachdidaktikerin Dr. Eva Kell über die Bedeutung der Erinnerungsarbeit in der fachdidaktischen Ausbildung und in den Lehrplänen und mit Dieter Burgard, Sprecher der Landesarbeitsgemeinschaft Gedenkstätten und Erinnerungsinitiativen Rheinland-Pfalz, darüber, wie sich die hiesigen Vereine und Initiativen intensiver vernetzen und wie sie in die Öffentlichkeit noch effektiver wirken können. 

 

>>> Tagungsprogramm der Gründungsveranstaltung am 10. Februar 2017

>>> Tagungsprotokoll Workshop I am 10. Februar 2017

>>> Tagungsprotokoll Workshop II am 10. Februar 2017

>>> Tagungsprotokoll Workshop III am 10. Februar 2017

Termine des Runden Tisches Erinnerungsarbeit

 

16. Oktober 2017: 2. Arbeitssitzung

Montag, 16. Oktober 2017, 16.30 Uhr
im Ministerium für Bildung und Kultur, Sitzungssaal 2

(Trierer Straße 33, 66111 Saarbrücken) 

Protokolle der Arbeitssitzungen des Runden Tisches Erinnerungsarbeit


>>> Protokoll 1. Arbeitssitzung, 30. Mai 2017

Rundbriefe Erinnerungsarbeit im Saarland


>>> Rundbrief Nr. 1 vom 19. Juni 2017

Hintergrundinformation

 

>>> 3. Juni 2017: Interview mit Prof. Dr. Günter Morsch
(Podcast SR-"Diskurs") (Der Link wurde erneuert.)
 

Die Mitglieder des Runden Tisches Erinnerungsarbeit

 

Herr Richard Bermann (Synagogengemeinde Saar)

Herr Horst Bernard (Initiative Neue Bremm)

Herr Dr. Kurt Bohr (Initiative Neue Bremm)

Frau Prof. Dr. Gabriele Clemens (Universität des Saarlandes/Historisches Institut)

Herr Bernhard Fox (VVN Saar)

Frau Sabine Geith (Saarländischer Museumsverband)

Frau Prof. Dr. Mechthild Gilzmer (Universität des Saarlandes/Romanistische Kulturwissenschaften und Interkulturelle Kommunikation)

Herr Helmut Grein (Landesverband der Historisch-kulturellen Vereine des Saarlandes)

Herr Dr. Hans-Christian Herrmann (Stadtarchiv der Landeshauptstadt Saarbrücken und Saarländischer Archivverband)

Herr Werner Hillen (Verband Deutsche Kriegsgräberfürsorge/Landesverband Saarland)

Herr Dr. Frank Hirsch (Historischer Verein für die Saargegend)

Herr Frank-Matthias Hofmann (Beauftragter der Evangelischen Kirchen für das Saarland)

Herr Dr. Burkard Jellonnek (Landesinstitut für Pädagogik und Medien)

Herr Prof. Herbert Jochum (Christlich-Jüdische Arbeitsgemeinschaft des Saarlandes)

Frau Dr. Eva Kell (Universität des Saarlandes/Historisches Institut/Fachdidaktik)

Herr Mike Kirsch (Netzwerk für Demokratie und Courage Saar)

Herr Dr. Ludwig Linsmayer (Landesarchiv)

Herr Simon Matzerath (Historisches Museum Saar)

Herr Marc-Oliver Richter (Ministerium für Bildung und Kultur)

Herr Jörn Didas (Adolf-Bender-Zentrum)

Herr Dr. Peter Prassel (Katholisches Büro Saarland)

Herr Georg Vogel (Landesjugendring Saar)

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