Landesinstitut für Pädagogik und Medien Saarland
Landesinstitut für Pädagogik und Medien

Der Weg zur Zertifizierung

Innerhalb eines Jahres zur Zertifizierung

Alle saarländischen Schulen können sich als „Schule der Nachhaltigkeit“ bewerben.
Die Anmeldung erfolgt über das Bewerbungsformular auf unserer Homepage. Zusätzlich zum Bewerbungsformular muss ein einseitiges Motivationsschreiben eingereicht werden. Einsendeschluss ist der 1. Oktober. (In der ersten Runde der 15. November 2019)

Die Bewerbung kann entweder postalisch oder per E-Mail eingereicht werden. 

Postanschrift:
Ministerium für Bildung und Kultur
Referat B 5
Trierer Straße 33
66111 Saarbrücken

E-Mail:
schuledernachhaltigkeit@bildung.saarland.de

 

Mit dem Absenden der Bewerbung sollen erste Ideen zur Themenfindung und Organisation der Schule im Kontext des Zertifizierungsvorhabens gesammelt und diskutiert werden.

 

 

Der Zertifizierungsprozess zur Schule der Nachhaltigkeit gestaltet sich in vier Phasen:


• Einstiegsphase
• Stufe I: 1. Stern *
• Stufe II: 2. Stern **
• Stufe III: 3. Stern***


Nach dem Einsenden der Bewerbung erfolgt im Rahmen der Einstiegsphase der erste Besuch der Jury an der Anwärterschule, der als Orientierungstermin dient. Dabei werden bereits durchgeführte oder laufende Maßnahmen der Schule im Bereich BNE erfasst und diskutiert. Zudem gibt die Jury der Schule eine individuelle Beratung zum Zertifizierungsprozess und klärt über angepasste mögliche Maßnahmen sowie Kooperationspartnerinnen und -partner auf. Im weiteren Verlauf des Gesprächs werden gemeinsam die ersten Ziele festgelegt, die zum Abschließen der Einstiegsphase vollzogen werden müssen. Diese orientieren sich an den Vorgaben des Nationalen Aktionsplans BNE (Bundesministerium für Bildung und Forschung, BMBF). Nach dem ersten Jury-Besuch hat die Schule sechs Monate Zeit, die besprochenen Maßnahmen umzusetzen und die Ergebnisse im Rahmen eines zweiten Besuchs der Jury vorzustellen. Dabei wird geprüft, inwiefern die angestrebten Ziele erreicht wurden. Nach erfolgreicher Prüfung wird der Titel „Schule der Nachhaltigkeit“ offiziell verliehen.

Darauf aufbauend folgt für die Schule die gestalterische Arbeit zur sukzessiven Erreichung der Stufen I bis III bzw. zur Auszeichnung mit einem, zwei oder drei Sternen. Die Validierung der „Schule der Nachhaltigkeit“ in den Stufen I, II und III erfolgt anhand einer Bewertungsmatrix, die zum einen aus den schulischen Handlungsbereichen gemäß Orientierungsrahmen für den Lernbereich Globale Entwicklung (vgl. Seite 414 Orientierungsrahmen), zum anderen aus den 17 Sustainable Development Goals (SDGs) generiert wurde.
Der Orientierungsrahmen für den Lernbereich Globale Entwicklung stellt in folgender Abbildung schulische Handlungsbereiche modellartig dar, die nach der Leitidee des Orientierungsrahmens nachhaltig gestaltet bzw. ausgeführt werden können:

Quelle: https://www.globaleslernen.de/sites/default/files/files/link-elements/darstellung_der_lernbereich_globale_entwicklung_als_aufgabe_der_ganzen_schule.pdf

Im Zuge der Konzeptentwicklung „Schule der Nachhaltigkeit“ wurden diese modellhaften schulischen Handlungsbereiche zu neun konkreten Schulentwicklungsbereichen zusammengefasst, welchen entsprechend thematischer bzw. organisatorischer Schnittmengen jeweils Farben zugeteilt wurden:


• Qualifizierung, Fort- und Weiterbildung (rosa)
• Steuerung von Unterricht und Lernangeboten, nachhaltige Konzepte (rosa)
• Netzwerk im Rahmen von Schulauszeichnungen (orange)
• BNE-Bildungsakteurinnen und –akteure, internationale Kontakte (orange)
• bauliche Gestaltung und Ausstattung der Schule (blau)
• Nachhaltige Beschaffung (blau)
• Unterricht und Lernangebot: Erkennen, Bewerten, Handeln (gelb)
• Partizipation und Zusammenarbeit (rot)
• Schulleben (rot)


Die Farben spielen im Zertifizierungsprozess eine steuernde Rolle. Je nach Zertifizierungsstufe muss eine davon abhängige Anzahl SDGs (siehe Grafik) in einer bestimmten Anzahl der Schulbereiche thematisiert bzw. ausgestaltet werden. Bei der Anzahl der Schulbereiche muss auch deren farbliche Zugehörigkeit entsprechend der Vorgabe variieren.

Quelle: http://www.bmz.de/de/ministerium/ziele/2030_agenda/index.html

Stufe I/ 1. Stern:
Zum Erreichen des 1. Sterns müssen 5 SDGs in 3 Schulbereichen bearbeitet werden. Um zu Beginn der schulischen BNE-Arbeit die Kernbereiche zu fokussieren, müssen zur Auszeichnung des 1. Sterns in jedem Fall die Kategorien Unterricht (gelb), Qualifizierung oder Steuerung (rosa) sowie Schulleben oder Partizipation (rot) abgedeckt werden. Die durchzuführenden Maßnahmen richten sich individuell nach den ausgewählten SDG-Themen.


Stufe II/ 2. Stern:
In Stufe II sind aufbauend auf die Anforderungen der Stufe I 10 SDGs in 6 Schulbereichen zu behandeln, während nun alle 5 farbigen Kategorien der Schulbereiche abzudecken sind.


Stufe III/ 3. Stern:
Zur Vergabe des 3. Sterns muss die Anwärterschule alle 17 SDGs in allen 9 Schulbereichen behandelt haben.

 

Als Hilfestellung zum Durchführen der Maßnahmen in den einzelnen Stufen können die vorgefertigten Pools für Unterrichtmaterialien genutzt sowie Kooperationspartnerinnen und -partner mit einbezogen werden.

Nach zwölf Monaten besteht auf eigenen Antrag die Möglichkeit eines Upgrades in die nächst höhere Stufe. Es folgt die Beurteilung der Jury. Bei Bestätigung wird der Schule im Rahmen einer offiziellen Vergabe der entsprechende (1., 2. oder 3.) Stern überreicht.


Falls die Schule kein jährliches Upgrade anstrebt, muss sie sich alle zwei Jahre rezertifizieren, um weiterhin Schule der Nachhaltigkeit zu bleiben. Sollte das Engagement der Schule abgenommen haben, besteht die Möglichkeit des Verlustes einer oder mehrerer Sterne bzw. der Aberkennung des Titels „Schule der Nachhaltigkeit“. Ohne Antrag auf Rezertifizierung kann davon ausgegangen werden, dass die Schule aus der Kampagne austreten und den Titel „Schule der Nachhaltigkeit“ nicht mehr führen möchte.


Um alle sich im Prozess befindlichen Schulen bestmöglich betreuen zu können, werden pro Jahr maximal zwölf neue Anwärterschulen aufgenommen. Falls die Schule vor der Bewerbung zur Schule der Nachhaltigkeit bereits viel im Bereich BNE unternommen hat, wird im Einzelfall entschieden, ob ein Quereinstieg in Stufe I, II oder III binnen eines Jahres möglich ist.

Das LPM ist zertifiziert

nach DIN EN ISO 9001:2015

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